Route66 - ROADBOOK

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Start - "The Long Run" - Tour 2009 - 66: Chicago - St. Louis

Chicago (IL) - St. Louis (MO)

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Sa 04.07.2009: (Unabhängigkeitstag)

 

Strecke: Chicago (IL) - St. Louis (MO)
Tachostand (mi): 12.521
Gefahrene mi./km: 422 / 675
Wetter: Weinen Regen, 18° C

 

 




Tagebucheintrag:

 

[Route  66]Heute geht's endlich los auf die Route 66 - und gleich habe ich verschlafen! Das "Wandern" gestern durch Chicago war wohl doch etwas anstrengender als ich gedacht hatte, vielleicht war es auch noch der Jetlag, jedenfalls wachte ich erst gegen 9 Uhr auf. Also schnell packen, ein kurzes Starbuck-Frühstück (der Zitronenkuchen dazu schmeckte heute nicht besonders), auschecken und ab ins Parkhaus um die Harley zu beladen. Der offizielle Start der Route in der Adams St, war gleich um die Ecke, bei der Hotelbuchung hatte ich dies schon berücksichtigt.

Einen kurzen Abstecher zu EAGLERIDER musste ich noch machen, da ich bemerkt hatte, dass das mitgegebene Felgenschloss zum Abschließen der Maschine in Einzelteilen in der Satteltasche lag. Dort angekommen, leierte gerade der Tattoo-Man 4 Deutschen die Paragraphen der Vermietungsklauseln herunter. Wie es sich herausstellte, waren die 3 Jungs und das Mädel aus dem Süd-Schwarzwald. Zur Orientierung hatten sie ein Navi dabei, aber ich befürchte, dass sie damit nur immer wieder auf die Interstate geführt werden. Ich bot mich an, die erste Strecke mitzufahren, die Übergabeprozedur dauerte ihnen jedoch zu lange, und so schickten sie mich um halb elf alleine auf den Weg.

Die Beschilderung aus Chicago heraus ist hervorragend, an fast jeder Kreuzung ein Hinweisschild, das Navi braucht man auf der ersten Etappe sicher noch nicht! In Joliet begann es leicht zu tröpfeln, vorsichtshalber zog ich mal meine Regenjacke an (den Kombi hatte ich ja optimistischerweise zuhause gelassen), ein paar Meilen weiter setzte dann Nieselregen ein.

In Joliet steht das erste Route 66 Visitor Center an der Strecke, was natürlich am Independence Day geschlossen war. Fast alles war irgendwie geschlossen, für mich war es ein Gefühl wie bei uns an Neujahr.

Kurz nach Joliet kommt man am Chicago Speedway vorbei, eine Rennstrecke wo u.a. NASCAR-Rennen ausgetragen werden.

 

Das Visitor-Center in Joliet Chicago Speedway

In Wilmington begrüßte mich der Gemini Man recht trostlos und nass, ich dagegen freute mich umso mehr auf einen Kaffee im Launching Pad. Da ich der einzige Besucher war (vermutlich sogar den ganzen Tag über, denn bei diesem Wetter traut sich normalerweise niemand freiwillig raus), sind auch keine Menschen auf den Bildern zu sehen.

 

Weiter ging es bei anhaltendem Nieselregen nach Braidwood, wo am Polk a Dot Drive u.a. Elvis und Marylin mit den Blues Brothers um die Wette rocken.

 

Das Gefängnis in Gardner und die Tankstelle in Dwight passierte ich geflissentlich ohne Fotos, da der Regen stärker wurde und ich mich auf die Strasse konzentrieren musste. In Odell jedoch hielt ich an, da dort gleich zwei "Roadside Attractions" zu sehen waren: Zum einen ein Café in einem Container, wunderschön bemalt, und gegenüber eine restaurierte alte Tankstelle, deren Inhaber bereits in der Garage auf vorbeikommende "bekloppte" (bei diesem Wetter) Routiers warteten. Sehr nett erklärten Sie mir die Geschichte der Tankstelle und gaben mir eine spezielle Route 66-Zeitung mit auf den Weg. Auch im dort ausliegenden Gästebuch durfte ich mich natürlich verewigen.

 

Dann begann das Drama seinen Lauf: Es begann jetzt richtig zu regnen, und ohne Visier, nur mit nasser Sonnenbrille ist die Fahrerei samt Orientierung relativ schwierig. So meinte ich, ich hätte kurz nach Odell einen Pfeil nach rechts gesehen, und bin brav abgebogen - direkt auf eine Schotterstrasse. Schöne Abwechslung, dachte ich, nachdem ich die Maschine auf diesem Gelände einigermaßen im Griff hatte. Ewig ging es geradeaus durch Felder. Nach ca. 20 min. kam mir das dann doch spanisch vor, zumal weit und breit keine Hinweisschilder mehr zu sehen waren. Also stand ich irgendwann da, alleine in der Pampa im Regen, ohne Landkarte, ohne die geringste Ahnung wo ich war und natürlich ohne Navi. Das einzige was ich wusste, dass ich mich nach Westen von der IS-55 entfernt hatte. Die Interstate war meine einzige Orientierung, ich wusste, dass die Route 66 fast immer parallel zur Autobahn verlief. Also fuhr ich weiter, bis ich wieder auf eine geteerte Strasse kam, die nach Süden führte. An der nächstmöglichen Kreuzung bog ich wieder nach Osten ab, bis ich die IS-55 erreichte. Beim Tanken und Aufwärmen erfuhr ich dann, dass ich mich direkt an der Route 66 befand. Ich musste nur noch links abbiegen und schon sah ich wieder die Hinweisschilder. Nochmals gutgegangen, sagte ich zu mir. Als ich jedoch nach eine Viertelstunde an einer Scheune mit dem "Meramec Cavern"-Hinweis vorbeikam, bemerkte ich, dass mich die nette Dame von der Tanke in die falsche Richtung (zurück nach Chicago) geschickt hatte - wie sollte sie es auch wissen, ich hatte ja nur nach der Route 66 gefragt...

Also die ganze Strecke wieder zurück, einschließlich dem Falschfahren hatte ich so ca. 1 ½ Stunden kaputtgemacht. Aber jetzt war ich wenigstens wieder richtig, etwas Abenteuer gehört schließlich auch dazu! Bald tauchte Funks Groove auf, auf den berühmten Maple Sirup (Ahornsirup) von dort konnte ich heute jedoch dankend verzichten!

 

Mein Begleiter und Aufpasser
"LiLu" hatte trotz des Sau-
wetters noch richtig Spaß!

Ein paar Meilen später erreichte ich bei McLean Dixie's Truck Stop, Pflicht-Stop für Route 66-Traveller und für mich eine willkommene Pause für einen Kaffee. Ein paar Autos, keine Trucke (heute war Nationalfeiertag), und 5 Motorräder standen vor der Raststätte. Und wer saß dort patschnass drinnen am Tisch? 3 Schwarzwälder und eine Kirsche! Großes "Hallo", wir waren anscheinend die Einzigen heute auf der Strecke. Die vier hatten kurzerhand ab Chicago die Interstate genommen um schnell nach St. Louis zu kommen. Zwei einheimische Harleyfahrer auf der Reise nach Norden bewunderten meine "Regenausrüstung", so etwas bräuchten sie sehr selten hier in Amerika...

 

Nachdem es schon nach 15 Uhr war und ich erst die halbe Strecke hinter mich gebracht hatte, entschloss ich mich ebenfalls den Rest der heutigen Strecke auf der Autobahn zuzubringen. Durch die Gischt der Autos und Trucks sah ich dann zwar überhaupt nichts mehr, aber ich musste ja auch auf keine Hinweisschilder mehr achten - nur noch geradeaus fahren.

Gegen halb acht abends traf ich dann in St. Louis ein. Am Stadtrand hörte endlich auch der Regen auf. Bleibt noch anzumerken, das ich nochmals knapp 2 Stunden mein im Voraus per Internet gebuchtes Motel gesucht habe (mangels Landkarte musste ich mich an Tankstellen durchfragen - jetzt weiss ich auch, was "not so far" auf deutsch heißt: ca. 15 Meilen). Nachdem ich aber hier endlich einen Internetanschluss habe, "arbeitete" ich noch bis halb drei morgens an meinen Tagesberichten und Bildern...

Übernachtung: Super8-Motel, Fenton Bewertung:

 

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