



Fr 10.07.2009:
| Strecke: | Santa Fe (NM) - Gallup (NM) |
| Tachostand (mi): | |
| Gefahrene km: | |
| Wetter: | angenehm warm und leicht bewölkt, Gewitter, 20 - 40° C |
Tagebucheintrag
Es hatte mächtig abgekühlt über die Nacht in 2.000m Höhe. Losgefahren bei gefühlten 18 Grad morgens um 8 Uhr am Motel in Santa Fé. Das Knöllchen von gestern abend konnte ich bequem per "money order" bezahlen. Praktischerweise besteht der Strafzettel aus einem Kuvert. In der Tankstelle kann ich jeden beliebigen Betrag cash oder mit Karte bezahlen und bekomme einen Zahlungsbeleg dafür. Dieser kommt in den Umschlag und kann vor der Post in einen eigens dafür aufgestellten Briefkasten eingeworfen werden. Eigentlich recht praktisch, das erspart umständliche Behördengänge oder Überweisungen.
Meine Route verlief heute abseits der historischen Strecke, wollte ich doch die "Filmstadt" Madrid besuchen, bekannt aus dem Film "The Wild Hogs - Born to be Wild". Die Anfahrt dorthin auf der NM-14 war sehr angenehm, leicht hügelig und sogar etwas kurvig, gerade recht zum Cruisen. Natürlich sah das Örtchen nicht mehr so aus wie im Film, allein beim Betrachten der Durchgangsstrasse und Maggie`s Diner kamen etwas Erinnerungen an den Film hoch. Chilli-Festival gab's auch keines, morgen jedoch soll hier eine Musiknacht steigen. Der Ort war vor den Drehtagen zum Film eher eine verlassenen Ghost Town, seither haben sich dort aber Künstler aller Richtungen niedergelassen mit schön dekorierten, Häusern, Gärten und Läden. Ein kleines Juwel an der Strasse, das Hinfahren lohnt sich deshalb schon auch ohne "Wild Hogs"-Ambitionen.
Die Hügel wurden zusehends flacher und bald erreichte ich wieder die IS-40, die geradewegs nach Albuquerque führt. Das Navigieren ist recht einfach, die Motherroad führt über mehrere Meilen schnurstracks geradeaus durch die Stadt und auf der anderen Seite wieder heraus. So kann man sich wenigstens ganz auf die Umgebung konzentrieren, die alten historischen Motels sind eingezwängt zwischen Wendy's, Burger King, Mc Donalds und KFC, schade eigentlich für die historischen Stätten. Gerade in Albuquerque gibt es sehr viele schöne Wandmalereien ("Murals") und Gebäude mit indianischem Einschlag zu sehen.

Kurz nach Albuquerque kommt direkt an der Interstate und gut ausgeschildert eine historische Brücke, die Rio Puerco Bridge von 1933. Sie ist nur einspurig befahrbar. Ab hier geht es einige Meilen auf die Autobahn. Bei Mesita geht es auf die nördliche Frontage Road und kurze Zeit später wird der Owl Rock passiert. Beim nächsten Tankstopp traf ich auf eine Gruppe von Eaglerider, das Begleitfahrzeug (mit Ersatzmaschine auf dem Anhänger) war mir gestern abend schon in Santa Fé aufgefallen. Es war eine bunt gemischte Truppe aus Amerikanern, Brasilianer und 2 Schweizern. Plötzlich hieß es, wir sollten alle in die Tankstelle hineingehen, da sich ein schweres Gewitter zusammenbraute. Tatsächlich wurde der bewölkte Himmel in minutenschnelle schwarz und ein Sandsturm kam auf. In der Wettervorhersage war von einzelnen "T-Storms" die Rede, und auch die Gewitter sind in Amerika - wie eben so vieles - etwas größer und stärker als bei uns. Jedenfalls warteten alle bis der Sturm vorüber war und ich fuhr noch eine kleine Etappe mit den 15 Bikern mit. In Richtung Gallup war der Himmel jedoch schon die ganze Zeit ziemlich dunkel, es war von 85% Regenwahrscheinlichkeit die Rede. Eine Zeitlang fuhr ich immer am Rand des Gewitters entlang, ich erwischte nur ein paar Tropfen. Irgendwann jedoch hatte ich keine Wahl mehr, ich musste da einfach durch. Also die Regenjacke angezogen, Augen zu und durch. Die Sturmböen kamen von allen Seiten, ich hatte schon etwas Angst um Lilu hintendrauf. Als die Böen nachließen, kam der Regen - zwar nur ca. 5 min., aber das reichte, dass Schuhe und Jeans komplett nass waren. Innerhalb 10 min.(!) war ich aber wieder von der Sonne und dem Fahrtwind trocken.
Der
Continental Divide ist die Wasserscheide des amerikanischen Kontinents. Das östliche Wasser fließt in den Atlantik, das westliche in den Pazifik. Eine Indian Trading Post versucht hier ihre Waren an den Mann zu bringen.
Der Abstecher nach Fort Wingate, wo einst die Pershing 1 getest wurde, lohnt sich nicht, jedoch hat man einen schönen Ausblick auf die Gegend, die einen Vorgeschmack auf das
Painted Desert am morgigen Tag gibt.
 |  |
Gallup ist eine Stadt mit 25.000 Einwohnern hauptsächlich indianischen Ursprungs. Am ersten Wochenende des Monats steigt die Einwohnerzahl jedoch gewöhnlich auf 100.000 an, da die Indios aus den Reseraten ihren montalichen Scheck von der Regierung bekommen und diesen postwendend hier im Ort einlösen.
Abgestiegen bin ich im berühmten Motel El Rancho. Dieses Hotel hat die Tradition früherer Zeiten bewahrt und fortgesetzt. In einwandfreien Zustand, allerdings mit etwas antiquierter aber sehr saubern Zimmereinrichtung ist es wohl das am Besten frequentierteste Hotel in Gallup. Und ist gerade mal 10$ teurer als ein mittelklassiges Motel6 oder Super8-Motel. Das Hotel wurde von dem Bruder des bekannten Regisseurs David Wark Griffith 1937 gebaut, und da in dieser Zeit hier in der Gegend viele Filme gedreht wurden, sind die Schauspieler natürlich allesamt hier abgestiegen. So reihte ich mich also ein in die Riege von Humprey Bogart, Gary Cooper, Ronald Reagan, Burt Lancaster, Kirk Douglas, Dosis Day etc. Der komplette 2. Stock hängt voll mit Widmungen bekannter hochkarätiger Filmstars, jedes Zimmer ist entsprechend benannt. Meine Wenigkeit nächtigte im Zimmer "Virginia Mayo" - wer auch immer das gewesen sein mag. Auch die Truppe von Eaglerider machte hier Quartier und ich konnte mich mit einem weiteren Gary unterhalten - bereits der Dritte auf meiner Tour - der 7 Monate im Jahr als Tourguide für Eaglerider unterwegs ist. Er warnte mich nochmals ausdrücklich vor den Blitzen und Winden der T-Storms und empfahl mir lieber ein paar Minuten zu warten, bis sie vorüber sind.
Heute bin ich früh fertig, es ist "erst" 23 Uhr und ich glaube ich schaue noch in der Hotel-Bar vorbei...
| Übernachtung: | El Rancho Hotel | Bewertung: | |