Route66 - ROADBOOK

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Start - "The Long Run" - Tour 2009 - Chicago (Ankunft)

Chicago - Ankunft

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Die Anzeigetafel in StuttgartDer erste Eindruck aus dem Taxi

Mi 01.07.2009:

 

Strecke: Chicago
Tachostand (mi): 11.900 Gesamt:
Gefahrene mi./km: 0 / 0 0 / 0
Wetter: Unentschieden bewölkt, 20° C

Tagebucheintrag:

"Today's a lovely day" tönte es mit sonoriger Stimme aus dem Bordlautsprecher. Der Pilot des Fluges 917 British Airways nach London rasselte in schönstem Oxford-Englisch seinen üblichen Vers herunter, den ich aufgrund der Wortgeschwindigkeit sowieso nur halb verstanden hatte. In der Tat war das Wetter in Stuttgart um 7 Uhr morgens schon bestens aufgelegt (Danke übrigens noch mal Alex fürs hinbringen).

Der Vogel startete pünktlich nach Osten um noch im Steigflug eine große Schleife in südlicher Richtung zu fliegen. Ich hatte meinen gewünschten Fensterplatz bekommen und blickte nun auf den Roßberg hinüber, während wir Reutlingen überflogen. Schnell noch einen kurzen Blick auf das noch verschlafene Heimatdorf und schon hatten wir die Reisehöhe erreicht. Bis durch das Neckartal konnte ich noch verfolgen, was unter mir war, aber irgendwann nach Horb/Freudenstadt hörten meine Navigationskünste dann doch auf. Laut Monitor flogen wir über Belgien an die Atlantikküste und irgendwo bei Brighton auf die Insel, die sich, wie sollte es auch anders sein, bewölkt präsentierte. Nach knapp 2 Stunden Flugzeit landeten wir um 7.50 Uhr in London-Heathrow.

Die Kronjuwelen von Königin Mutter sind sicher!
Der Sicherheitscheck in Stuttgart war schon gründlich (ich musste sogar mein Zippo-Feuerzeug entsorgen), in London wurde man jedoch trotz „Transitpassenger-Status“ nochmals gefilzt - und wie! Alles wurde kontrolliert, selbst die Schuhe und der Hosengürtel musste ausgezogen werden - es ist dort kein großer Schritt mehr bis zum Nacktscannen! Der Zollbeamte verzog leicht das Gesicht, als er in meine nicht gerade filigranen Cowboystiefel, die ich natürlich die ganze Zeit anbehalten hatte, hineinfasste. In diesem Moment bereute ich, dass ich in Schuhen kaum schwitze.
Ich dachte immer die Amis seien diesbezüglich pingelig, die Briten toppen dies jedoch um ein Vielfaches. Dabei haben die doch gar keine Wolkenkratzer zum Hineinfliegen…

Und dann kam das Warten… Satte 4 Stunden Aufenthalt in dem zwar schönen Terminal 5, jedoch war dies der für mich schlimmste Teil der Anreise. Stundenlanges Herumhängen, eigentlich eine schöne Zeit, um z.B. auf der Aussichtsterrasse den Flugzeugen zuzusehen und gemütlich einen Kaffee trinken. Denkste! Weder eine Aussichtsterrasse noch eine „smoking area“ - im ganzen Gebäude herrscht absolutes Rauchverbot! Und jetzt aus dem Gebäude wieder hinauszugehen, hieß das ganze Warte- und Durchsuchungsprozedere nochmals durchzumachen, nein danke. Also schlich ich 3 Stunden wie ein Tiger im Käfig umher, die letzte Stunde versuchte ich dann mich wach zu halten, da ich Angst hatte, das Einsteigen zu verschlafen. Beim Boarding teilte mir man dann noch lapidar mit, dass man meinen Sitzplatz „upgegraded“ hätte. Na Dankeschön British Airways, das fängt ja gut an! Anhand der Sitzplatznummer konnte ich sehen, dass mein schöner Fensterplatz futsch war - irgendwo in der Mitte sollte ich jetzt sitzen. Der Sitzplatz war echt super, Platz ohne Ende, allerdings saß ich rückwärts zur Fahrt- äh Flugrichtung. Jetzt erst bemerkte ich, dass ich in der 1.Klasse saß! Gesehen habe ich zwar nichts, aber so konnte ich doch von den 10 Flugstunden immerhin sechs davon schlafend verbringen.

Die Landung erfolgte sanft und pünktlich um 14:00 Uhr auf dem O’Hara Airport in Chicago, meine Reisetasche war ebenfalls mitgekommen und so steckte ich mir in der „Raucherecke“ vor dem Flughafengebäude ziemlich genau nach 15 Stunden wieder die erste Lunte ins Gesicht, die mich natürlich fast umgehauen hätte. Nach der zweiten ging es dann schon wieder und ich winkte mir ein Taxi für die Fahrt ins Hotel. Und wunderte mich über meine amerikanischen Sprachkenntnisse. Der Taxifahrer verstand alles was ich sagte, während mich die englische Stewardess im Flugzeug fast immer stirnrunzelnd angesehen hatte. Ok, der Fahrer war aus Ghana, seit 5 Jahren in Chicago, hatte Englisch eben auch in der Schule gelernt, wusste (natürlich) dass seine Landsmänner Antony Yeboah bei der Eintracht in Frankfurt gespielt hatte und Asamoah auch in Deutschland spielte, außerdem bekam ich während der einstündigen Fahrt ins Hotel eine Crashkurs „Wie lerne ich Chicago in 2 Tagen kennen“. Er war volles Lobes auf die deutschen Autos und den Fußball. Und bestimmt hundert Mal betonte er, dass Präsident Obama aus Chicago stammt. Nachdem ich ihm versicherte, dass Obama der beste Präsident aller Zeiten ist, hatte ich schon den ersten Freund in Amerika gefunden. Ich konnte ihn kaum davon abhalten, dass er nicht noch mein Gepäck (meine Tasche) auf das Zimmer brachte.
Der Check-In ging problemlos über die Bühne, der Rest wusste der „Concierge“ unten an der Rezeption.

Voller Neugier begab ich mich am späten Nachmittag noch auf einen kleinen Stadtrundgang - nachdem ich zum dritten Mal am Hotel vorbeikam, habe ich dann doch einen Stadtplan zur Hilfe genommen. In den Straßenschluchten amerikanischer Großstädte,wo man keine Sonne sieht und demnach auch keine Himmelsrichtungen ausmachen kann, sind am nur die Straßennamen die einzige Orientierung. Immerhin habe ich den Weg zum Millenium-Park gefunden, der sich nur 10 min. vom Hotel entfernt befand. Das Abendessen fand in einem McDonalds um die Ecke statt.
Gegen Abend wurde ich dann doch Opfer meines Jetlags, nachdem ich 25 Stunden auf den Beinen war, bin ich dann schon gegen 20 Uhr ins Bett gefallen.

Übernachtung: Palmer House Hilton, 1301 W Monroe St Bewertung:

 

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