Route66 - ROADBOOK

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Chicago City

Drucken

Fr 03.07.2009:

 

Strecke: Chicago
Tachostand (mi):
Gefahrene km: 0
Wetter: Unentschieden bewölkt, 20° C

 

 

 

Tagebucheintrag:

Heute ist Wandertag! Und wenn ich das so schreibe, dann meine ich das auch so. Denn Chicago's City mit dem Auto oder Motorrad ist nicht gerade empfehlenswert. Der Loop ist ca. 10 km² groß, das lässt sich auch per pedes machen, sowieso wenn man den ganzen Tag Zeit hat. Mittlerweile weiss ich auch was wo zu sehen ist, also was soll's, Motorradfahren kann ich noch lange.

Komischerweise bin ich schon wieder um 6 Uhr wach geworden, ich holte mir einen Coffee to go und einen Donut aus dem Starbucks im Untergeschoß des Hotels und frühstückte erst mal ausgiebig auf meinem Zimmer im 16.Stock.

Gegen halb acht war mein erster Gang in den Millenium-Park, vor allem die "Chrom"-Bohne und die beiden "spuckenden" Brunnen haben es mir besonders angetan...

 

Der nächste Gang war zum Sears Tower, der um 9 Uhr öffnete. Obwohl ich pünktlich war, musste ich mich in eine 20 m lange Schlange einreihen. Zuerst gab es einen kurze Filmvorführung über die Entstehung des Gebäudes, dann ging es im Aufzug rasend schnell auf das Aussichtsdeck im 103. Stock, wo sich atemberaubende Ausblicke auf Chicago boten.

 

Eine relativ neue Attraktion auf dem Aussichtsdeck sind Öffnungen aus Plexiglas, wo man ein paar Schritte hinaustreten kann und so mit freier Sicht 400 m hinunterschauen kann (nur für Schwindelfreie!). So etwas ähnliches gibt es auch noch auf dem Skydeck am Grand Canyon, da geht es noch etwas tiefer runter, dafür sieht man dort unten keine Autos fahren...
Im Eingangsbereich vom Sears Tower wird für die Kanditatur Chicago's für die Olympischen Spiele 2016 geworben, leider hat's nicht gereicht..

 

Nach dem Besuch des ehemals höchsten Gebäude der Welt machte ich mich wieder in Richtung Lake Michigan, vorbei am Art Institute of Chicago und in den Grant Park. Dort findet jedes Jahr Ende Juni/Anfang Juli das kulinarische Spektakel "Taste of Chicago" statt. Hunderte von Ständen und Pavillons von Vereinen und Gastronomen bieten Spezialitäten aller Art und Kulturen an. Sicher, bei uns gibt's das auch - es nennt sich z.B. "Stadtfest" - aber statt nur Rote, Schweinehals und Pommes gab es hier an jedem Stand eine andere Delikatesse zum Essen, bis hin zu Sushi, Chinese Food und Straußeneier!

 


Indianer-Skulptur vor dem
Art Institute of Chicago

Taste of Chicago
im Grant Park

Buckingham Fountain
Al Bundy lässt grüssen...

Chicago Fire Department

Der nächste Weg führte mich zur "Magnificent Mile", die Michigan Ave in nördlicher Richtung. Hier befinden sich die bekanntesten Wolkenkratzer und Gebäude der Stadt, garniert mit Shops, Stores und Boutiquen allererster Sahne.
Empfangen wird man vom Wrigley-Builing und von dem Gebäude der "Chicago Tribune", die FAZ von Amerika. An dessen Fassade sind Steinelemente von Plätzen und Gebäuden aus aller Welt eingemauert, z.B. von Alcatraz, Taj Mahal etc. Sogar einen Stein von der Berliner Mauer haben die geklaut und hier eingemauert...

 

Der Old Water Tower gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt aus dem Jahre 1869. Das steinerne Schloss wird überragt von einem 30 m hohen Turm. Gegenüber auf der anderen Strassenseite steht die dazugehörige Pump Station. Beide gehören zu den wenigen Gebäuden, die den großen Brand von 1871 überstanden haben, dem damals fast ganz Chicago zum Opfer fiel.

 

 

Wer ist der Höchste im ganzen Land?
Das amerikanische "weiter - schneller - höher" macht auch vor den Wolkenkratzer nicht halt. Jeder will der Höchste sein, und da der internationale Messwert für Gebäudehöhen die Antenne auf dem Dach mit einschließt, gibt es also 2 Ranglisten der höchsten Gebäude Amerikas: brutto und netto (mit und ohne Antenne). Wohl dem, der eine große Telefongesellschaft an der Hand hat...
Ein Stück weiter steht das John Hancock Center. Das Gebäude besitzt insgesamt einhundert Stockwerke und war zu seiner Fertigstellung 1969 das zweithöchste Gebäude der Welt nach dem Empire State Building in New York. Heute ist das John Hancock Center das sechtshöchste Gebäude der USA. Mit Antenne ist es 457m hoch und damit das achthöchste freistehende Bauwerk der Welt (Fernsehtürme mit eingeschlossen). Auch hier gibt es die Möglichkeit auf das Hancock Observatorium hinaufzufahren und Chicago von oben zu betrachten. Man ist dann zwar ein paar Meter niedriger als auf dem Sears Tower, dafür steht das Bauwerk direkt im Zentrum der Wolkenkratzeransammlung und näher am Lake Michigan. Also wenn schon denn schon. Einen Film gab es hier nicht zu sehen, die Aufzüge sind auch älter, holpriger und etwas kleiner als im neueren Sears Center, aber der Ausblick vom Aussichtsdeck ist einfach grandios!

 

Auf dem Nachhauseweg zum Hotel bestellte ich in einem Restaurant an der Straße 'mal wieder etwas was ich noch nie gehört habe. Der Ruccola-Käse-Toast schmeckte nicht schlecht, nur die dazu servierten Kartoffel-Chips fand ich etwas unpassend.

Hier noch ein paar Eindrücke:

 

Alt und neu in schöner
Eintracht nebeneinander
Mountain-Bike Sheriffs Der Chcago River-Walk

Abends um sechs dann große Menschenansammlungen auf der Straße. Großes Polizeiaufgebot, Sheriffs, Stadtangestellte und Feuerwehr. Der Grant Park wurde weiträumig abgesperrt. Etwas beklommen dachte ich zuerst an den Besuch von Präsident Obama oder einen Anschlag oder vielleicht ein U-Bahn-Unglück, bis mir ein freundlicher Polizist erklärte, dass um 21 Uhr das Feuerwerk beginnt. Klar doch, morgen war ja der 4. Juli, für die Amis der höchste Feiertag im Jahr. Und ein Feuerwerk ist für die Amis das höchste der Gefühle! Jedenfalls strömten Tausende Chicagoer Bürger in die Parks, bewaffnet mit Getränken, Stühlen, Salaten, ja sogar gegrillt wurde bei diesem Happening. Also machte ich mich auch auf am Shedd-Aquarium vorbei bis hinaus zum Adler Planetarium. Dort hat man anscheinend die beste Aussicht auf die Skyline von Chicago, vorbei an Unmassen von Menschen, die bei einem friedlichen Happening das tolle Ereignis erwarteten.

 

 

Und tatsächlich ergatterte ich noch einen recht guten Platz um mein Stativ aufzustellen. Und so wartete ich nochmals ca. eineinhalb Stunden bis das Spektakel endlich losging. Pünktlich um 21 Uhr startete die erste Rakete mit einem lauten Knall, nach gut 20 Minuten war die ganze Show vorbei. Ich hoffte ein paar schöne Feuerwerksbilder zu machen, aber die komplette Skyline war durch den Rauch vernebelt. 10 Minuten nach Ende des Feuerwerks war ich dann fast allein am Planetarium (ich kam mir vor wie in der Mercedes-Benz Arena nach einem VfB-Spiel), ich wollte noch warten bis sich der Rauch verzogen hatte, um wenigstens noch ein paar schöne Nachtbilder von der Skyline zu schießen.

 

Bemerkenswert: Auf dem Nachhauseweg trugen fast alle Menschen ihren Unrat in Plastiksäcken nach Hause, die Strassen waren jetzt zwar leer, aber immer noch abgesperrt, damit die Kehrmaschinen und das City Clean-Kommando in Ruhe ihre Arbeit verrichten konnten. So etwas wünschte ich mal bei uns, aber da wird ja schon an den Abfalleimern gespart, weil es zu teuer ist sie zu leeren. Da braucht man sich nicht wundern, das bei uns zuhause die Leute ihr Zeugs einfach irgendwo hin werfen. Der Staat sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen!

 

Nicht nur die Fernsehkanäle in Amerika sind voller Nachrufe auf Michael Jackson, auch an der Michigan Ave in Chicago wird selbst 3 Wochen nach seinem Tod mit Kerzen und Plakaten noch um den "King of Pop" getrauert.

 

 

 

Übernachtung: Palmer House Hilton, 1301 W Monroe St. Bewertung:

 

Letzte Tagesetappe Milwaukee
Nächste Tagesetappe Chicago - St. Louis
Nächste Route 66 - Etappe Chicago - St. Louis
 

Noch jemand da?

 47 Gäste online

Besucher seit 01.01.2009

Seitenaufrufe : 69392