Route66 - ROADBOOK

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Death Valley

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Fr 17.07.2009:

Strecke:Las Vegas - Death Valley - Las Vegas 
Tachostand (mi):16.028Gesamt:
Gefahrene mi./km:272 / 438

4.128 / 6.643

Time on the road:6.00 - 12.30 Uhr (6,5 Std.) 
Wetter:leicht bewölkt, 30 - 52 Grad C 

Tagebucheintrag

Ich habe beschlossen zu tun was zu tun sein muss - auch wenn viele darüber nur den Kopf schütteln. Warum? Weil ich mich kenne: ich hätte noch jahrelang dem Umstand nachgetrauert, vor dem Death Valley gestanden zu haben und nicht durchgefahren zu sein. Also früh aufgestanden und um 6 Uhr weggefahren. Aus Vegas heraus war es zwar schon wieder warm, aber noch sehr angenehm zu fahren.

Über die Mountain Springs war es sogar noch relativ frisch, aber schon bei der Hinunterfahrt nach Pahrump begann ich leicht zu schwitzen. In Pahrump habe ich mein Frühstück (Kaffee + Donut) eingenommen und in Shoshone nochmals vollgetankt. Die nächste Tankstelle war zwar "nur" 115 km entfernt, aber sicher ist sicher. Dann ging es zuerst ziemlich lange geradeaus in Richtung Death Valley, die letzte Erhebung davor ist der Jubilee Pass (300 m ü.M.) - und dann stehst Du mitten drin im "Backofen".

 


Ein riesiges ebenes Becken (das Death Valley ist eigentlich ein Salzsee), 72 km lang und heute 125° Fahrenheit, das sind 52° Celsius! Ich bin ja schon bei -30° C Ski gefahren, aber bei über 50° C in der prallen Sonne mit dem Motorrad, diese Erfahrung machte ich heute zum erstenmal (und wahrscheinlich zum letzten Mal) in meinem Leben. Nun ja, irgendwie ging es, man schwitzt so vor sich hin und sehnt sich hinter jeder Kurve Badwater herbei, die Stelle wo man 85,5 m unter dem Meeresspiegel steht. Der Verkehr war gleich Null, auf der ganzen Fahrt durch das Tal ist mir 1 Auto entgegengekommen. Und dann kam endlich Badwater! Es handelt sich nicht um einen Ort, außer einem Parkplatz mit einer Tafel gibt es hier einen Steg, auf dem man etwas auf den Salzsee hinauslaufen kann, und 85 m weiter oben an der Felswand ist die Höhe des Sea Level markiert.


Ich hielt mich nur so lange auf wie nötig und fuhr dann weiter bis zum Ende des Tals zum Furnace Creek, dem Wendepunkt meines heutigen Ausfluges, wo ich das Bike wieder volltanken konnte. Die 40 Meilen Weiterfahrt zu den Sanddünen von Mesquite (u.a. Kulisse für den Film "Star Wars") und zurück habe ich aufgrund der Temperaturen ausfallen lassen. Nach 5 Meilen auf dem Rückweg auf der CA-190 kommt der Aussichtspunkt Zabriskies Point, wo man nochmals einen schönen Blick ins Death Valley hat.


Noch schöner ist die Aussicht jedoch bei Dantes View 10 Meilen später. Ich weiss zwar nicht wessen Dante das war, aber den Platz hat sie gut gewählt! Man fährt 13 Meilen von der CA-190 weg zu einem Aussichtspunkt. Kurz zuvor geht es jedoch richtig in Serpentinen den Berg hoch, ich wusste gar nicht mehr wie das ist solche Kurven zu fahren. Der Abstecher lohnt sich auf jeden Fall, der Ausblick von dort ist genial!

Auf dem Parkplatz von Dantes View waren außer mir noch weitere 10 Personen anwesend: eine amerikanische und eine französische Familie mit Kindern sowie ein deutsches Pärchen, Mitte 30 und nicht zu überhören. Sehr lautstark und bestimmt referierte vor allem die Frau ganz wichtig über irgendwelche besondere geologische Vorkommnisse im Death Valley. Natürlich ohne zu bemerken, dass alle anderen eigentlich nur still die tolle Aussicht genießen wollten. Nach 10 Minuten wurde selbst mir dieses selbstgefällige und laute Gelaber zuviel und ich packte meine Fotoausrüstung zusammen. Als sich die "Geologiedozentin" dann noch zu guter Letzt in ihren Flip-Flops auf einem nicht ungefährlichen steinigen und sandigen Pfad zu einem Felsvorsprung aufmachte, rief ich ihr in meinem schönsten amerikanisch (als Landsmann war ich ja nicht erkennbar) zu, dass es hier von "Rattlesnakes" nur so wimmelt. Es war dann im Rückspiegel schön anzusehen, wie sie zügig und recht kleinlaut zurück zum Parkplatz stapfte - wie ein Storch im Salat...

Von da ab ging es für mich noch lächerliche 185 km schnurstracks über die Death Valley Junction und Pahrump "nach Hause" ins Hotel und um 12.30 Uhr stand ich bereits wieder unter der Dusche. Und ich bin zufrieden und froh dass ich diese Tagestour gemacht habe, denn dieses Erlebnis nimmt mir niemand mehr!

P.S.: Ein paar Tage später wurde mir gesagt, dass das Death Valley von Juni bis August für Motorräder gesperrt sei...
Zu spät Winken , entsprechende Hinweisschilder habe ich jedoch nicht gesehen, aber es erklärt, warum dort so wenig los war an diesem Tag...

Einen Adrenalinstoss habe ich doch noch bekommen: Als ich gerade gemütlich auf dem Bett lag und die Bilder sortierte, ging plötzlich der Hotelalarm in dem 4.400 Zimmer-Bunker runter! Alles rannte auf die Gänge, bis wenige Minuten später die Entwarnung kam...

Übernachtung:LuxorBewertung:Die dritte Übernachtung war von Fr auf Sa. Achtung, der Zimmerpreis schnellt am Wochenende fast auf das Doppelte hoch!


Hintergrundinformationen:

Von Las Vegas aus am südlichen Ortsausgang rechts auf die NV-160 nach Westen über Mountain Springs bis nach Pahrump. Dort links abbiegen auf die NV-372 (nach der Staatsgrenze CA-178). In Shoshone für knapp 2 mi. rechts auf der CA-127/CA-178, dann wieder links auf der CA-178 über den Jubilee Pass hinunter an den Südrand des Death Valley bis nach Ashford Juction.

Entfernung Las Vegas-Ashford Junction: 115 mi. (2,5 Std. Fahrzeit)

Abstecher:
Baker Ranch (CA)
Ca. 35 mi. abseits der "Hauptstraße" CA-178 durch das Death Valley befindet sich die Baker Ranch. Die Ranch diente der Charles Manson Sekte ("Manson Family") als letztes Versteck, nachdem sie in Los Angeles brutale Morde begangen hatte. Die letzten Mitglieder der Sekte wurden dort im Oktober 1969 festgenommen. Heute steht das Gebäude leer und gehört dem National Park Service.

Anfahrt: In Ashford Junction die CA-178 verlassen und auf die West Side Rd Richtung Death Valley National Park. Nach 11 mi. links abbiegen auf die Butte Valley Rd. Nach 20 mi. auf der Coyote Canyon Rd weiter. Nach 0,3 mi. links abbiegen. ntfernung (einfache Strecke): 38,5 mi (ca. 2 Std. Fahrzeit)

Weiter auf der CA-178. Nach 28 mi. ist Badwater erreicht.
Badwater, Death Valley (CA)
Mit rund 85 m unter dem Meeresspiegel ist der tiefste Punkt der USA noch einigermaßen bequem anfahrbar. Vorausgesetzt man macht das nicht im Monat Juli in der Mittagshitze, wo nicht selten Temperaturen über 45 C erreicht werden.
Badwater Basin ist ein ausgetrockneter Salzsee, der über einen Holzsteg betreten werden kann. An einer Felswand ist ein Schild angebracht, das die Höhe des Meeresspiegels anzeigt (Sea Level).
Weiter durch das Tal nach Norden auf der CA-178, falsch abbiegen ist praktisch unmöglich.

Furnace Creek (CA)
In diesem einzigen größeren Ort mitten im Death Valley befinden sich eine Tankstelle (wichtig!), mehrere Übernachtungsmöglichkeiten (Motels, Campingground) sowie ein Museum, das in der Hauptsache den Borax-Abbau (Grundstoff zur Seifenherstellung) aus dem Death Valley dokumentiert

Die CA-190 und CA-178 treffen hier aufeinander und vereinigen sich bis hinein in die Panamint Mountains westwärts.

Abstecher:
Zabriskie Point (CA)
Zabriskie Point ist ein Gebiet, das für seine bizarren Erosionslandschaften bekannt ist und tolle Motive für Landschaftfotos bietet. Die Landschaft um den See wurde durch M. Antonionis Film Zabriskie Point (1970) bekannt. Hier wurde auch das Coverfoto der Platte "The Joshua Tree" der irischen Band U2 aufgenommen.

Anfahrt: In Furnace Creek 3,5 mi. auf der CA-190 "zurück" nach Südosten parallel zum Death Valley bis zur Abzweigung rechts der Zabriskie Point Rd.

Abstecher:
Dante's View (CA)
Oberhalb vom Death Valley liegt der Aussichtspunkt Dante's View in 1.669 m Höhe. Dante's View gehört zu den Black Mountains, die parallel zu den Panamint Mountains laufen und die "Salzpfanne" Death Valley umgibt. Von hier aus kann man den zentralen Teil des Death Valley betrachten und hat einen schönen Blick auf das Badwater Basin. Außerdem sieht man gegenüber den Telescope Peak mit seinem 3.366 Meter hohen Gipfel.

Anfahrt: Von Zabriskie Point weiter auf der CA-190 ca. 8 mi. nach Süden bis zur Abzweigung auf die Furnace Creek Rd. Auf dieser Strasse 15 mi. weiter bis zur Abzweigung Dantes View Rd. Nach weiteren 7 mi. ist der Aussichtspunkt erreicht.
Gesamtstrecke ab Furnace Creek: 35 mi. (ca. 1 Std. Fahrzeit)
Ab Furnace Creek weiter nach Norden auf der CA-178/190, über Indian Village, an einem weiteren Salzsee (Cotton Bail Marsh) rechts vorbei nach Beatty Junction. Von dort aus zuerst nach Norden weiter, dann westlich bis nach Stovepipe Wells Village.
Distanz Furnace Creek-Stovepipe Wells Village 26 mi. (ca. 40 min.)
Mesquite Sand Dunes (CA)
Die 4 km² großen Mesquite Sand Dunes liegen im nördlichen Teil des Tales und wurden schon oft als Wüstenkulisse in Filmen, unter anderm in Star Wars, verwendet. Die größte Düne ist die Star Dune. Diese ist recht stabil, da der Wind den Sand vorzugsweise an genau dieser Stelle ablagert. Der Sand ist hier rund 50 Meter mächtig.
Weiter auf der CA-178/190. Nach ca. 9 mi. teilen sich die beiden Straßen wieder. Auf der CA-190 geht es jetzt 20 mi. weiter durch die Panamint Hills und quer durch ein weiteres Tal bis Panamint Springs. Unmittelbar nach diesem Ort führt der Nadeau Trail ca. 30 mi. auf einer kurvigen Passstraße über einen weiteren Gebirgszug und wieder hinunter in das Owens Valley zum Owens Lake. Am See zweigt die CA-190 links ab, hier geht's weitere 20 mi. auf der CA-136 weiter am Ostufer entlang Richtung Norden über Swansea (Schwanensee?), Dolomite(!) bis nach Lone Pine.
Gesamtstrecke Stovepipe Wells-Lone Pipe 80 mi (ca. 2,5-3h Fahrzeit)

Mt. Whitney (CA)
Fährt man ein paar Meilen in den Lone Pipe Creek hinein, steht man plötzlich vor einem atemberaubenden Bergpanorama (jetzt erscheint einem auch die Namensgebung des Ortes Dolomite logisch):

Der Mt. Whitney befindet sich im südlichen Gebirgszug der Sierra Nevada und ist mit 4.421 m der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas. Er erhebt sich über dem kleinen Ort Lone Pine (1.130 m) im Owens Valley. Die Auffahrt ist bis zum Whitney Portal in 2.458 m Höhe möglich (12 mi. ab Lone Pine).

Für die Besteigung des Mt. Whitney (problemlos möglich, keine technischen Schwierigkeiten vorhanden) ist eine Genehmigung (permit) erforderlich, die vom Forest Service ausgestellt wird.

Bilder von:
www.national66.orgNational Historic Route 66 Collection www.national66.org | Kathy Weiser www.legendsofamerica.com | WikipediaWikipedia - Creative Commons License

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