Route66 - ROADBOOK

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Start - "The Long Run" - Tour 2009 - Kingman - Las Vegas

Kingman - Hoover Dam - Las Vegas (NV)

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Joshua-Trees in der Mohave-WüsteMohave-WüsteHoover Dam

Mi 15.07.2009:

Strecke:Kingman (AZ) - Hoover Dam - Las Vegas (NV)
Tachostand (mi): 
Gefahrene km: 
Wetter:sonnig, 30 - 45 Grad

 

 



Tagebucheintrag

Heute war es nicht warm, es war HEISS! Schon morgens um sieben hatte es über 30 Grad in Kingman. So ist das halt 'mal in der Wüste, dachte ich mir und ließ mir etwas Zeit bis zur Abfahrt. Um halb neun fuhr ich los, die Fahrt war sehr angenehm und ich kam gut voran. Nach Las Vegas waren es ja nur 120 Meilen, also normalerweise locker in 2 Stunden zu schaffen. Nach einer dreiviertel Stunde Fahrzeit kam die Abzweigung nach Dolan Springs und zum Grand Canyon Skywalk und ich beschloss spontan, nochmals in das große Loch reinzuschauen wenn ich schon 'mal hier in der Gegend bin. Es sind ungefähr nochmals 60 Meilen bis zum Canyon, ich muss dann allerdings dieselbe Strecke bis zur Abzweigung wieder zurückfahren. Aber ich hatte ja fast den ganzen Tag Zeit. Und wer weiss wann ich nochmals hierher in diese gottverlassene Gegend komme!

 


Nach weiteren 40 Meilen ging die Strasse zum Canyon selbst rechts weg, aber es war eine Schotterstraße, also fuhr ich weiter bis zum nächsten Ort Meadview. Es musste ja noch eine "normale" geteerte Straße zum Canyon kommen. Fehlanzeige! Im Ort fand ich eine Tankstelle, Benzin hatte ich noch genug, aber durstig war ich schon ein bißchen. Die nette Frau an der Tankstelle meinte, dass dies doch die einzige Straße zum Canyon gewesen sei, und ich müsste mit einem Bus-Shuttle die rund 17 Meilen zurücklegen. Man stelle sich dies mal vor: da bauen die Amis eine High-Tech-Touristenattraktion in die Landschaft und hinkommen muss man entweder auf 17 Meilen Schotterpiste oder mit einem Bus-Shuttle. Nicht gerade Bikerfreundlich!.

Vor der einzigen Tankstelle war ein schattiges Bänkchen und ich setzte mich kurz um gemütlich meinen halben Liter Sprite zu trinken und meine Trinkflasche mit Wasser aufzufüllen. Gleich bekam ich Gesellschaft von Daisy, die früher in Las Vegas als Krankenschwester gearbeitet hatte und jetzt alleine mit 5 Hunden ein paar Meilen draussen allein auf einer Farm lebt. Sie schwärmt von Meadview und dass nur die Hälfte aller Häuser bewohnt sei, die anderen werden nur am Wochenende und in den Ferien genutzt. Zum Lake Mead sind es ja nur ein paar Meilen (25 km!!)und alle machen hier "boating & fishing". So nebenher erfahre ich, dass einer ihrer Hunde von einer hier oft vorkommenden "Mojave Rattlesanake" gebissen wurde. Der Biss dieser Viper ist tödlich, wenn nicht innerhalb 45 min. ein Hospital aufgesucht wird. Und das hier in der Wüste! Ein Hubschrauber-Rettungseinsatz kostet rund 18.000$, daher sollte man schon aufpasssen wo man hintritt. Diese Schlange beisst angeblich nicht wie andere aus einem Abwehrverhalten heraus, sondern greift richtig an.
Hmm, nette Geschichte morgens um halb elf an der Tanke, dachte ich und frage sie, ob sie denn schon einmal so eine Schlange gesehen hätte. Sie sagte sie hätte schon vier Stück mit Ihrer Pistole erschossen, es gäbe da spezielle Splittermunition (wohl eine Art Schrot), dass man auch ja nicht danebenschießt...

Na danke, denke ich und erinnerte mich wie ich vor einer halben Stunde sorglos zwischen den Wüstenpalmen umhergelaufen bin um ein paar Fotos zu machen. Dann mache mich nach einer halben Sunde sehr netter Unterhaltung auf die Weiterfahrt. Beim Zurückfahren überlege ich, wenn ich jetzt schon mal hier in der Gegend bin, dann nehme ich halt so ein Bus-Shuttle zum Skywalk und halte an der Ticketstation an. Dort erklärt man mir, dass der letzte Bus vor einer halben Stunde abgefahren ist, es fährt einer um 8.30, 9.30 und 10.30 Uhr. Das war's dann auch schon für diesen Tag. Also fahre ich unverrichteter Dinge wieder zurück über Dolan Springs auf die US-93 North. Es hat jetzt wieder bereits über 40 Grad in der Wüste und auf den 40 Meilen bis zum Hoover-Staudamm hielt ich zweimal bei einer Tankstelle an um etwas zu trinken.

 

Kurz vor dem Hoover Dam gibt es eine strenge Gepäckkontrollen ("9/11" ist überall), als Biker durfte ich jedoch durchfahren. Auch das Parkhaus direkt am Staudamm kostet für Zweiräder nichts, das finde ich wiederum sehr kulant. Doch bis dahin gab es noch eine halbe Stunde Stop-and-Go, weil die Amis an den beiden einzigen Fußgängerüberwegen schon anhalten, wenn ein Fußgänger nur auf die andere Straßenseite schaut. So langsam war ich klitschnass auf meiner Roadking, da natürlich kein Fahrtwind mehr da war. Der Wind selbst kühlte schon lange nicht mehr, aber er trocknete wenigstens den Schweiss. Vom Damm selbst sieht man recht wenig, die riesige Brücke für die Umfahrung scheint jedoch bald fertigestellt zu werden.


Nach einer halben Stunde Aufenthalt ging es um halb zwei weiter Richtung Las Vegas, zuerst über Boulder City, von wo man einen tollen Blick zum Lake Mead hat. Die Helmpflicht in Nevada kommt mir gerade recht, denn die Sonne brennt nicht mehr so arg auf den Schädel, dafür läuft Dir jetzt der Schweiss in die Augen - macht aber nix, da muss man durch!. Die nächste Stadt ist Henderson, Vegas ist südöstlich schon in Sichtweite. Durch Las Vegas auf dem Strip hindurch dauert es aber fast nochmals eine volle Stunde, mittlerweile hatte ich bald keinen Nerv mehr und eine halbe Sehnenscheidenentzündung vom Kuppeln. Das Luxor kam am südlichen Ende des "Strips" in Sichtweite und so checkte ich gegen 15.30 Uhr kurzerhand bei Kleopatra in der Pyramide mit der Sphinx für 2 Tage ein.

P.S.: Es ist jetzt 23 Uhr und draussen hat es 35° Grad - Wüstenklima eben... Ich glaube ich habe heute 10 l Flüssigkeit in mich hineingeschüttet - und ich habe immer noch Durst!

Übernachtung:LuxorBewertung: 

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