Mi 22.07.2009:
| Strecke: | Los Angeles - San Francisco | |
| Tachostand (mi): | 17.309 | Gesamt: |
| Gefahrene mi./km: | 502 / 803 | 5.200 mi. /8.320 km |
| Time on the road: | 8.00 - 22.00 Uhr (14 Std.) | |
| Wetter: | alles außer Regen und Schnee, 30 - 13°C |
Tagebucheintrag
Um halb acht wollte ich wegkommen, es war schließlich 8 Uhr, als ich mich auf die CA-101 begab, die mich fast bis vor die Haustüre in "San Fran" bringen sollte. Weggefahren bin ich im T-Shirt bei 30 Gad, angekommen bin ich mit Regenjacke und dicken Handschuhen bei 13° C (!) - wir haben doch auch in San Francisco Mitte Juli...?
Die Strecke ging über Universal City, Oxnard, Ventura bis nach Santa Barbara. Dort verließ ich die CA-101 und fuhr die CA-154 nach Norden um in den Hügeln von Los Olivos nach der Neverland-Ranch zu suchen. Eine schöne hügelige Landschaft mit vielen Kurven und toll zum Motorradfahren. Ich kam am Lake Cachuma-Stausee vorbei, wo ich einen "lonesome rider" traf, der hier aus der Gegend war und eine kleine Spritztour unternahm. Weiter ging es, vorbei an wunderschönen Ranches, viel Weingüter, Weinberge, Salat- und Erdbeerplantagen.
Nun, ich sage es gleich vorneweg, die Neverland Ranch habe ich nicht gefunden. Im Nachinein merkte ich, dass ich genau eine Straße zu spät abgebogen war und kam daher in eine ganz andere Ecke. War trotzdem schön zu fahren und zu schauen so abseits im Hinterland.
![]() Am Lake Cachuma | ![]() Am Lake Cachuma | ![]() Am Lake Cachuma |
![]() Kalifornisches Weingut | ![]() Weinplantagen | ![]() Erdbeerplantagen |
In Santa Maria kam ich wieder auf die CA-101 bis San Luis Obispo. Hier musste ich mich entscheiden, ob ich weiter auf der CA-101 über das (schnellere) Hinterland nach Salinas fahre, oder ob ich den Pacific Highway 1 fahre. Ich entschied mich für letzteres, daher dauerte die Fahrt heute etwas länger als geplant. Von Morro Bay bis nach Monterey gibt sich die Küstenstraße 130 Meilen (208 km) eine Kurve nach der anderen sowie zahlreiche "visit points".
Am Beginn der Kurvenorgie kommt zuerst Hearst Castle, die Anfahrt ünd Besichtigung ist nur mit einem (kostenpflichtigen) Bus-Shuttle möglich, darauf habe ich aus Zeitgründen verzichtet, sonst wäre ich wahrscheinlich jetzt noch unterwegs. Danach beginnt Big Sur, ein rauher aber sehr reizvoller Küstenabschnittt. Rauh war auch der Wind, der mir dauernd ins Gesicht blies, die Temperaturen fielen unter 20 Grad. Den Pazifischen Ozean habe ich aus meinem Thailand-Urlaub als äußerst warm in Erinnerung, aber davon war hier nichts zu spüren. Wie eine Zwiebel habe ich ein Kleidungsstück nach dem anderen übergezogen.
![]() Hearst Castle | ![]() Big Sur | ![]() Big Sur | ![]() Big Sur |
Am Big Sur gibt es eine enorme Tiervielfalt. Angefangen von Kühen, die sich an einer natürlich Tränke tummeln, gibt es am Strand natürlich Möven, die auch mal von Touristen gefüttert werden. Ein Erdhörnchen hatte sich wohl in LiLu verguckt und machte sich an der Road King zu schaffen. Ein paar Meilen später lag eine ganze Kolonie von See-Elefanten am Strand und döste faul in der Sonne. War es dem einem oder anderen mal zu heiß, schaufelte er sich einfach zur Belustigung der Zuschauer eine Flosse voll Sand über den Rücken. Auch Seelöwen gab es zu sehen, sie bevölkerten ganze Felsen unten an den Klippen und tröteten die ganze Zeit vor sich hin.
Plötzlich wurde es dunkel am Himmel! Fünf riesige kalifornische Adler kreisten majestätisch über der Küste. Laut Wikipedia werden hier am Big Sur seit Jahren diese spezielle Adler gezüchtet und beobachtet. Beim genauen Hinsehen sieht man sogar die Markierung(en) am Flügel.
Und hier nun "Wolle's kleine Tierschau":
![]() Kühe an der Wassertränke | ![]() Möven | ![]() Big Sur | ![]() Big Sur |
![]() Erdhörnchen | ![]() See-Elefanten | ![]() See-Elefanten | ![]() See-Löwen |
![]() Kalifornischer Adler | ![]() Kalifornischer Adler | ![]() Kalifornischer Adler | ![]() Kalifornischer Adler |
![]() Kalifornischer Adler |
Von nun an ging's bergab: nein, nicht die Straße, sondern die Temperaturen! Die Nebelwolken zogen herein über die Küste und die Temperatuten fielen weiter. Dieser Advektionsnebel entsteht dadurch, dass sich die durch Westwinde transportierte, relativ warme, feuchte Luft vom offenen Meer kommend über dem Kalifornienstrom abkühlt und kondensiert.
Von Monterey ging es wieder auf die CA-101 nach Salinas, dem Wohnort von John Steinbeck. Hier spielte auch sein Roman "Jenseits von Eden" mit James Dean.
Kurz vor San Francisco, es wurde schon dunkel, kam ich durch das Silicon Valley. Da ich schon fast vom Motorrad fiel, habe ich nur einmal angehalten und symbolisch eine der vielen Software-Firmen abgelichtet.
Ich beeilte mich jetzt zum Motel zu kommen, mittlerweile war es bereits 21.30 Uhr, es hatte 13° C und ich fror wie ein Neger auf der Zugspitze. Das Motel fand ich relativ schnell, jedoch keinen Parkplatz. Motel-Parkplätze gibt es Downtown nicht, daher habe ich das Bike wie in Chicago in einem Parkhaus abgestellt.
Nach 14 Std. auf dem Bike und 800 km Landstraße war ich an diesem Abend doch ziemlich fertig!
| Übernachtung: | Super8, O'Farrell St. | Bewertung: |
Hintergrundinformationen:
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