Route66 - ROADBOOK

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Start - "The Long Run" - Tour 2009 - Monterey - Pismo Beach

Monterey - Big Sur - Pismo Beach

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Seehunde am Point LobosRiver Inn am Big SurBrauner PelikanNeverland Ranch

So 26.07.2009:

Strecke:Monterey - Big Sur - Pismo Beach 
Tachostand (mi):17.740Gesamt:
Gefahrene mi./km:267 / 4275.840 / 9.344
Time on the road:10.00 - 17.30 Uhr (7,5 Std.) 
Wetter:neblig - sonnig, 15 - 25° C 

Tagebucheintrag

Die Strecke heute kannte ich schon von der Fahrt nach San Francisco, viele Bilder hatte ich dort schon gemacht, also konnte ich es recht ruhig angehen lassen. Allerdings hatte ich mir am Schluß der Strecke noch ein "Leckerli" aufgehoben, aber dazu später.

Losgefahren bin ich wie zu erwarten bei Nebel und 15 Grad, eingemummelt wie bei einer Polarexpedition. Unmittelbar nach Carmel-by-the-Sea kommt der Point Lobos State Park, den ich mir für 6 $ (Bikertarif, ansonsten 10 $) 'mal kurz anschaute. Von den Parkplätzen aus musste auch hier über Stock und Stein gewandert werden, in meinen Bikerstiefeln nicht immer ein einfaches Unterfangen. Zu sehen gibt es hier eine bizarre Klippenlandschaft, Zypressenhaine, Unmengen von Vögeln, Seelöwen und Seehunde, und wenn man Glück hat: Grauwale. Letztere hatten leider keine Lust aufzutauchen, aber ich hatte ja noch 120 km die Chance, vielleicht einen zu entdecken.


Point Lobos

Point Lobos

Point Lobos

Point Lobos


Vogelschwärme

Seelöwen am Point Lobos

Seehunde am Point Lobos

Seehunde am Point Lobos


Auch unterwegs im Big Sur gab es an den wenigen Rastplätzen interessantes zu entdecken:


River Inn am Big Sur

River Inn am Big Sur

Oldtimer am River Inn

Gemütlich cruiste ich auf der rund 120 km kurvigen Küstenstraße dahin, vorbei an hechelnden Fahrradfahrern und grillenden Sonntagsausflüglern. Vereinzelte Surfer mit dem Board unter dem Arm suchten verzweifelt nach einer Abstiegsmöglichkeit an den Strand; ab und zu stand jemand mit einer Antenne an der Klippe, vermutlich um Walgesänge zu orten. Die Straße windet sich mal hoch über den Nebel, dann ist es sonnig und warm, um ein paar hundert Meter später wieder abwärts in unwirtlichen Gefilden zu verschwinden.


Landschaft am Big Sur

Landschaft am Big Sur

Landschaft am Big Sur

Landschaft am Big Sur

Und da sah ich plötzlich einen dunklen Fleck und eine riesige Rückenflosse im Wasser. Das musste ein Wal sein! An der nächstmöglichen Parkmöglichkeit hielt ich an, riss mir den Helm vom Kopf und zerrte meine Kamera aus dem Rucksack. Hoffentlich war er noch da!? Tatsächlich schien er sich kaum von der Stelle bewegt zu haben, aber er war ja auch ein paar hundert Meter draußen im Wasser. Als nichts wie ranzoomen und abdrücken. Nach einer Weile jedoch wurde ich stutzig, da sich das Riesentier einfach nicht vom Fleck bewegen wollte. Und dann war mir klar, dass ich einen Felsen im Wasser fotografiert hatte. Es wäre ja zu schön um wahr zu sein, aber die Wanderzeit der Grauwale an der pazifischen Küste ist nun mal nicht im Juli, sondern erst im Herbst. Und eine Rückenflosse haben sie übrigens auch nicht...

Ziemlich am südlichen Ende des Big Sur hielt ich nochmals an, um mich nochmals umzuschauen. Sofort bekam ich wieder Besuch von einem putzigen Erdhörnchen, das gleich noch seine Geschwister mitgebracht hatte. Sie waren sehr zutraulich, wahrscheinlich werden sie hier von Touristen gut versorgt.

Am Himmel über mir kreisten ununterbrochen Vögel aller Rassen: Möven, Raben, Reiher, Adler und sogar braune Pelikane, die sich ein paar Hundert Meter weiter auf einem Felsen sammelten.


Reiher und Pelikane

Brauner Pelikan

Brauner Pelikan

Brauner Pelikan

Um halb vier bin ich in Pismo Beach angekommen und habe gleich im Motel eingecheckt und meinen Ballast abgeladen. Dann ging's zur Tankstelle um nochmals vollzutanken, denn ich hatte noch einen kleinen Ausflug von rund 100 Meilen vor mir:

Die Neverland Ranch ließ mir einfach keine Ruhe, und heute hatte ich nochmals die Möglichkeit, einen Blick auf den ehemaligen (und vielleicht zukünftigen?) Wohnsitz von Michael Jackson zu werfen.
Also düste ich die 50 Meilen auf der CA-101 hinunter bis Los Olivos und fand diesmal auch gleich die richtige Einfahrt in die Figueroa Mountain Road. Nach 5 km waren schon von weitem parkende Autos zu sehen. Natürlich hatte es sich in den USA schon herumgesprochen, wo die Ranch zu finden ist. Und so fuhr ich hinter Kennzeichen aus Washington, Montana, Ohio, Nevada etc. bis zum Tor, das natürlich geschlossen und strengstens bewacht war und machte ein paar Aufnahmen.


Neverland Ranch

Nachtrag: Michael Jachson wurde schließlich am 04.09.2009 - 10 Wochen nach seinem Ableben - in einem abgeschirmten Mausoleum auf dem Friedhof "Forest Lawn Memorial Park" in Glendale nordwestlich von Los Angeles beerdigt.
Die Neverland-Ranch soll angeblich zu einer Pilgerstätte für seine Fans ausgebaut werden, ähnlich wie "Graceland" von Elvis Presley in Memphis.

Gegen halb acht saß ich noch kurz mit Bernhard und seiner Frau Karin zusammen, mit denen ich morgen die letzte Etappe meiner Reise auf dem Calfornia Highway 1 zurück nach L.A. absolvieren werde.


Hintergrundinformationen:

Von Monterey geht es am Pacific Grove und Pebble Beach immer an der Küste entlang auf den 17-Mile Drive
17-Mile Drive
Der 17-Mile Drive ist ein kostenpflichtiger (ca. 5 Dollar, für Motorräder gesperrt!), etwa 28 Kilometer langer Privatabschnitt des Highway 1. Das meistfotografierte Motiv dieser Gegend ist wohl der Lone Cypress Tree, ein einzelner etwa zehn Meter hoher Zypressenbaum, der mitten auf einem ins Meer ragenden Felsvorsprung gewachsen ist. Interessant ist auch das tosende Meer mit den vielen Klippen und Felsen.
Der 17-Mile Drive stösst in Carmel-by-the-Sea auf den Highway No.1

Carmel-by-the-Sea
Viele bekannte Autoren und Künstler lebten für einige Zeit in der Region von Carmel-by-the-Sea und machten die Natur zum Gegenstand ihrer Werke. Unter ihnen waren die Schriftsteller Ernest Hemingway, John Steinbeck und Jack London sowie der Fotograf Edward Weston, der viele Jahre bis zu seinem Tod hier lebte und viele Landschaftsbilder, auch vom nahegelegenen Point Lobos machte. Das angenehme Klima und die hohe Lebensqualität der Kleinstadt mit rund 5.000 Einwohner wissen auch heutzutage viele Prominente zu schätzen.

Hier befindet sich eine der der schönsten Missionskirchen von Kalifornien. Die Carmel Mission war der Mittelpunkt der kirchlichen Aktivitäten in Alta California unter spanischer Herrschaft. Bei einer Besichtigung der alten Gebäudekomplexe, der schönen Gartenanlagen und der alten Bibliothek fühlt man sich um etwa 200 Jahre zurückversetzt.

Bekannt wurde Carmel-by-the-Sea auch, nachdem 1986 der Schauspieler Clint Eastwood als Kandidat der Republikanischen Partei mit großer Mehrheit zum Bürgermeister von Carmel-by-the-Sea gewählt wurde. Er ist auch Besitzer der Mission Ranch (26270 Dolores St). Und wenn man Glück hat, trifft man den fast 80jährigen Besitzer dort im Restaurant oder an der Bar des heutigen Hotels.

Kurios: Um sich von anderen Städten zu Unterscheiden weißt Carmel einige im Gesetz verankerte Traditionen auf: Dort gibt es weder Briefkästen noch Hausnummern oder Straßennamen. Erst seit wenigen Jahren wird die Post auf Wunsch ausgeliefert (was jedoch kaum in Anspruch genommen wird), vorher mussten die Einwohner ihre Post aus dem Postfach abholen. Ebenso gibt es heute noch keine Straßenlampen, Fußgängerwege, Parkuhren und Leuchtreklamen. Eis darf außerdem nur in Becher verkauft werden und direkt an der Küste gibt es keine Geschäfte. Neue Gebäude müssen um Bäume herum gebaut werden.

Ebenfalls sehenswert ist der weiter südlich von Carmel gelegene Point Lobos State Reserve, wo die Seelöwen leben.

Nach 20 mi. auf dem Highway No.1 wird Big Sur erreicht.
Big Sur
Bei Big Sur handelt es sich um einen knapp 80 mi. km langen Küstenabschnitt. Hier befinden sich viele steile Klippen, Wäldern und ein phantastischer Sandstrand. Leider befinden sich die meisten Strandabschnitte in Privatbesitz und sind daher für den öffentlichen Besucher nicht zugänglich. Unbedingt anhalten sollte man auf dem Parkplatz an der Bixby Creek Bridge. Von hier hat man eine gute Aussicht auf das Meer und die zwischen den Felsen liegenden Sandstrände.
70 mi. später, bei dem Ort San Simeon, befindet sich auf einem Hügel eine weitere Sehenswürdigkeit.

Hearst Castle
Das Anwesen wurde in den 1920er Jahren vom Zeitungsverleger William Randolph Hearst erbaut. Hearst begann 1919 nach seinen Erfolgen als Zeitungsverleger, die Farm der Familie nahe San Simeon von einem einfachen Camp in ein stattliches Anwesen umzubauen. Gemeinsam mit der Architektin Julia Morgan schuf Hearst ein 37 Millionen US-Dollar teures Schloss mit 165 Zimmern, unzähligen Nebengebäuden, einem Außen- und einem Innenpool, 127 Hektar großen Gärten, einem kleinen Kino und Gästehäusern.
In den 1920er und 1930er Jahren ließ Hearst Hollywood-Stars und -Sternchen einfliegen und feierte regelmäßige Partys. Zu seinen bekanntesten Gästen gehörten Charlie Chaplin, Winston Churchill, Rudolph Valentino, Cary Grant, Charles Lindbergh, Joan Crawford, Calvin Coolidge und Clark Gable.

1958 wurde das Hearst Castle von der Hearst Corporation den „California State Parks“ zur Verwaltung übergeben, welche täglich geführte Touren für 20-25 US-Dollar durch das Anwesen anbietet.

Weiter auf dem Highway No.1 der Küste entlang.
Santa Barbara
Santa Barbara gilt als Hauptstadt der „American Riviera“. Heute ist sie ein Anziehungspunkt für Touristen und ein Prominentenwohnort. Verglichen mit anderen kalifornischen Städten blieb hier der spanisch-mexikanische Einfluss im Stadtbild erhalten.

Letzte TagesetappeSan Francisco - Monterey
Letzte Route 66 - EtappeAzusa - Santa Monica
Nächste TagesetappePismo Beach - Los Angeles

 

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